Konfirmandenfahrt nach Eisenach
Am 10. April im Jahre des Herrn 2003 war es endlich so weit. Zusammen mit einer Konfigruppe aus Oßmannstedt und ihrem Pfarrer Johannes Sparsbrod gingen wir, zwei Weimarer Konfigruppen, mit unserem Pfarrer Hardy Rylke, den Jugendleitern Alexandra Eberhardt und Tim Erbe und unserem Jugenddiakon Dirk Marschall auf Konfifahrt.

Ziel war der sagenumwobene Johannes-Falk-Hof in Eisenach. Als wir nach einer kleinen Panne am Bus, die Kupplung streikte wegen des steilen Anstiegs und begann fürchterlich zu stinken, und 500 Metern Fußweg angekommen waren, bot sich uns eine fantastische Aussicht. Den Falk-Hof, ein riesengroßes Haus direkt an einem Felsen des Breitengescheites und am Waldrand gelegen, hatten wir für uns ganz allein. Sogar Selbstversorgung war angesagt.
Das Programm für die Tage war ziemlich intensiv und abwechslungsreich. Am ersten Abend gab es die obligatorische Organisationsbesprechung, wo es um solche wichtigen Fragen ging, wie Rauchen, Alkohol, Drogen, Nachtruhe, Wer kocht was? und Wer deckt den Tisch und wäscht ab? und alles, was halt so wichtig ist, wenn Konfigruppen wegfahren.

Anschließend gab es Kennenlernspiele und gemeinsames Singen. Man glaubt es kaum, aber es gab sogar Lieder, die richtig Spaß gemacht haben, unser Favorit: Ich kam von Frankfurt nach Berlin, drei Koffer voll mit Kokain ... Zum Abschluß des Tages setzten wir uns im Kreis auf den Fußboden, um bei Kerzenschein und meditativer Musik zum träumen zu kommen. Nach dem Frühstück am nächsten Morgen begann die Stadt-Ralley. Das war sehr spannend, interessant und zeitvertreibend. Am Nachmittag gab es dann viel freie Zeit zum Rumtoben, Jonglieren und Ballspielen, oder einfach nur Abhängen, Musik hören und Erzählen oder Zuhören. Vor dem Abendessen war die Auswertung der Stadt-Ralley. Eigentlich hatte sich jede Gruppe Mühe gegeben, deshalb gab es auch zur Belohnung Eistorte für alle, aber für zwei besonders fleißige Ralley-Gruppen hatte das Bibilcafé in Eisenach noch ein paar kleine Auszeichnungen bereit.

Abends konnten wir dann wie Architekten unsere Traumwohnungen - oder Häuser gestalten, natürlich nur auf dem Papier. Aber es war total interessant, wie mancher von uns gern wohnen würde, modern, luxuriös und praktisch, aber immer mit anderen zusammen und es gab in jeder Wohnung einen Tisch, an dem sich alle treffen und zusammen essen konnten.
Um´s zusammen Essen ging es auch bei unserem Thema, das uns in Eisenach begleitete: "Wie feiern wir Abendmahl?". Am Samstag vormittag gestalteten wir kleine Szenen zu biblischen Texten, die sich mit dem Abendmahl beschäftigen. Es war gar nicht so einfach, diese alten Geschichten in unsere heutige Zeit zu übertragen, aber für die Mühe beim Gestalten der Szenen gab es dann, Gott sei Dank, von den Zuschauern großen Applaus.

Am Nachmittag bereiteten viele kleine Gruppen unser Abendfest vor. Das Schönste war, dass wir ganz frei arbeiten konnten und als dann auch noch alle Erwachsenen außer Haus waren, gab`s natürlich "sturmfreie Bude". Keine Angst, das Haus steht noch, nur eine Fensterscheibe hat es nicht überlebt. Sie wurde von einem ungezogenen Jonglierball unsanft getroffen und zersprang in 1000 Stücke (wir haben nachgezählt).
Am Abend war dann die Party, der absolute Höhepunkt. Nach der Festmahlzeit, es gab selbstgebratene Bratwürsten, Brätel, Nudelsalat, Brötchen und vielen andere Leckereien, warteten alle auf den nächsten Programmpunkt. Dieser bestand aus ein paar sehr humorvollen Inszenierungen und einem Schönheitswettbewerb. Unsere Moderatoren und alle Mitwirkenden haben sich damit einen Spitzenabend gestaltet. Eine kleine Gruppe hatte jedoch eine besondere Aufgabe. Sie sollten ein gebratenen Spiegelei aus einem Haus in der Bornstraße in Eisenach organisieren. Das war gar nicht so einfach, denn wer glaubt schon drei fremden Jugendlichen eine solche Geschichte. Zum Glück gibt es aber auch in der Bornstraße nette Leute und einer von ihnen briet also den 3 Konfirmanden eine Frühlingsrolle, da sich im Kühlschrank keine Eier fanden, und garnierte sie sogar. Vielen Dank. Der Abend klang aus mit Musik und Tanz und lustigen Gesprächen.

Als wir dann am Sonntag nach wenig Stunden Schlaf erwachten, war wunderschönes Wetter und so konnten wir nach dem letzten fantastischen Frühstück einen Werkstattgottesdienst (jedeR hat mit vorbereitet) mit Abendmahl draußen vor dem Falk-Hof zusammen feiern. Dieser Gottesdienst war der lustigste Gottesdienst, den wir je erlebt haben.

Nach Mittagessen, Aufräumen und Saubermachen kam dann wieder unser Bus und ehe wir richtig eingeschlafen waren, standen wir in Weimar vor der Katholischen Kirche am Busbahnhof und stellten fest, daß dies die beste Fahrt war, auf der wir je waren.

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