Arm und Reich“ Jugendkirche 08
19.-20.04.2008

Wir leben in einer ungerechten Welt. Manche Menschen bemerken das kaum, andere leiden darunter, bis sie verhungern.
Es gibt Reiche und Arme. Die Reichen haben viele Reichtümer, mit denen sie sich ihr Leben immer schöner machen wollen. Den Armen bleibt oft nur Resignation und Zorn auf die ungerechten Zustände. Doch Gott will nicht, dass es so ungerecht zugeht auf dieser Welt.
„Arm und Reich“ war unser Thema am 19./20. April  zur Jugendkirche 2008 in Weimar.

Etwa 100 Jugendliche kamen, um in der Johanneskirche ein tolles Programm zu erleben und miteinander zu gestalten. Es begann für alle in einem „Weltcafé“, gestaltet von Jugendlichen. Hier wurde die ungerechte Situation der Welt symbolisch erlebbar. In der Ersten Welt gab es alles im Überfluß, in der Zweiten Welt konnte man gut auskommen, wenn  alle teilen, aber in der Dritten Welt gab es nur trübes Wasser und eine Hand voll Reis. In welcher Welt man am Tisch saß, konnte man sich nicht aussuchen.
Weiter ging es in verschiedenen workshops. So konnten die Jugendlichen ins Weimarer Obdachlosenheim fahren, um die Situation dort zu erleben und in einer Gesprächsrunde über die Ursachen von Ungerechtigkeit und Armut nachzudenken. Ebenso konnten sie Kulturen des Widerstandes afrikanischer Sklaven kennenlernen und ausprobieren, die vor mehreren hundert Jahren in Nord- und Südamerika entstanden. Beim Gospelworkshop mit den JakobSingers und beim Capoeira und Sambatrommeln mit der Escola Popular konnte man die Kraft und Freude spüren, die die Sehnsucht nach einem freien Leben in einer gerechten Welt auslöst. Man konnte Brot backen in einem selbst gebauten Erdofen oder für alle ein leckeres Eintopfgericht über dem Lagerfeuer zubereiten. Kreativ ging es bei den workshops „Street-Art“, „Fotoexperimente“ und  „Schwarzlichttheater“ zu.
Der Abend gehörte den Beiträgen aus den workshops: Sambarhythmen, Spraykunst-Ausstellung und Schwarzes Theater  wechselten mit Bandauftritten von  stoned by, MiRage, Painkiller und No promises ab.
Die Zeit verstrich im Flug und beim Mitternachtsgottesdienst konnte man die Geschichte vom reichen Mann und armen Lazarus (Lk 16,19-31) hören und erleben. Sie endet schrecklich für den Reichen, denn er hat seine Chance nicht genutzt, seinen Reichtum mit dem Armen zu teilen. So bleibt sein Reichtum ungerecht und sein Leben sinnlos. Er landet dort, wo sein Reichtum ihm nichts nützt. Lazarus aber findet Geborgenheit in Abrahams Schoß, ganz nah bei Gott.

Zur Vision einer gerechten Welt gehört das Teilen. Es ist nicht kompliziert: ein Laib Brot und eine Hand voll Trauben, jeder isst mit, keiner wird ausgeschlossen.
Gott ist mitten unter uns.
 

Dirk Marschall